Was zu tun wäre?

 

 

 

10. Januar 2015

Was zu tun wäre? Was haben wir zu tun? Was können wir denn tun?

Die wichtigste Fragestellung Arnold Schölzels am Ende der Podiumsdiskussion auf der XX. Internationalen Rosa-Luxemburg Konferenz 2015 in Berlin beantwortete Oskar Lafontaine sinngemäß so: “aufklären, klare Sprache benutzen, Denkgebäude durchbrechen, die Wahrheit sagen, sich des eigenen Verstandes bedienen (Kant), den Irrsinn der Weltlage ansprechen, Schmähungen ertragen, den aufrechten Gang gehen, nicht einknicken.” Rolf Becker verwies auf Rosa Luxemburg, indem er hervorhob: “aussprechen was ist, das ist der erste Schritt zu revolutionärer Tat”.

Die hier vorgeschlagene Antwort will daran anknüpfen und in die Offensive gehen. Sie will dabei nicht zuletzt sowohl deutliche als auch plakative Gegenposition zu den rechtslastigen Bewegungen wie Pegida beziehen, um ihnen und dem Zustrom zu ihnen den Wind aus den Segeln nehmen. Knapp vier Jahre vor dem 100. Jahrestag der deutschen Revolution von 1918/1919 (09.11.2018) und der Ermordung der beiden sozialistischen Revolutionäre Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (15.01.2019) daher folgender

konkreter Vorschlag:

1. Die Proklamation der freien sozialistischen  Republik Deutschland am 09. November 1918 in Berlin durch Karl Liebknecht verstärkt in Erinnerung rufen und ihre historische Bedeutsamkeit unterstreichen und bekannt bzw. populär machen. Dabei den Blick dafür öffnen, dass die Lösung der fundamentalen Probleme von Gegenwart und Zukunft nicht innerhalb der Grenzen des gegenwärtigen Systems erfolgen kann.

2. Die Erneuerung dieser Proklamation am 09. November 2018 als zentrales – durchaus auch plakatives (), zumindest symbolisches – Ziel im Kampf gegen den Kapitalismus auf die Tagesordnung der linken Bewegung setzen. Dabei insbesondere die Fehler und Niederlagen der sozialistischen Bewegung in der Novemberrevolution 1918/1919 und im darauf folgenden Bürgerkrieg 1919/1923 reflektieren, diskutieren und Lehren für heutiges und zukünftiges Handeln ziehen.

3. In Vorbereitung auf die Realisierung dieses Ziels eine virtuelle, trotzdem aber äußerst konkrete sozialistische Alternativ- bzw. Parallelstruktur zum bestehenden Regierungs- und Herrschaftssystem entwickeln und aufbauen. Dabei kritisch-konstruktiv an die sozialistischen Rätestrukturen des ersten Versuches anknüpfen und die neuen Strukturen mit einer klaren Programmatik und konkreten handelnden Personen verknüpfen.

4. Den Versuch wagen, die virtuelle Parallelstruktur zum 09. November 2018 durch basis- bzw. rätedemokratischem Beschluss aus der Symbolik herauszuholen und nach und nach physisch werden zu lassen. Dabei und im Vorfeld stets mit Argusaugen beobachten, was die Gegenseite im Schilde führt oder plant und adäquat agieren und reagieren.

5. Die weitere Zukunft menschenwürdig(er) gestalten: die sozialistische Demokratie auf- und ausbauen.